Philosophieren mit Kindern

Ursprünglich finanziert von der Beratungsstelle besondere Begabungen, ist das „Philosophieren mit Kindern“, kurz „PmK“ inzwischen in unserer Schule seit Jahren gut etabliert.
Hatte zunächst einmal die Kinderphilosophin und Autorin, Frau Dr. Kristina Calvert schon in den Vorschulen und den 1.Klassen mit dafür besonders nominierten Kindern den Grundstein gelegt, so gehören PmK- Talentkurse mittlerweile fest zum Angebot. Vier Kolleginnen haben bereits die Multiplikatorenausbildung zu PmK und auch zum „Philosophieren über die lebendige Natur, kurz „PhiNa“, absolviert.

Warum geht es bei PmK? Nicht darum, den Kindern Unterricht darüber zu erteilen, wie und was Hegel oder Descartes gedacht und geschrieben haben, also quasi „Aristoteles für Anfänger“. Vielmehr sollen die Kinder angeregt werden, selber ins Denken zu kommen über die großen Fragen der Menschheit, wie sie Kant formuliert hat:

  • Was ist der Mensch?
  • Was kann er wissen?
  • Was soll er tun?
  • Was kann er hoffen?

Wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist das genaue Formulieren eigener Vorstellungen, das sachgerechte Argumentieren, der Respekt vor den Ansichten der anderen GesprächsteilnehmerInnen und dadurch letztlich auch die Überprüfung und eventuelle Veränderung der eigenen Perspektive.

Das Philosophieren bildet bei uns auch die Basis für unser Curriculum zum Forschenden Lernen, dessen Entwicklung wir vor einigen Jahren im Projekt „Schulen im Fluss“ der Körber- Stiftung begonnen haben. Wir reichten es im Jahr darauf ein als Wettbewerbsbeitrag beim „Anstiften“- Wettbewerb der Körber- Stiftung. Dort gewannen wir einen der ausgelobten Preise von 10000€, was uns ermöglichte unser „Praxishandbuch forschendes Lernen – Haben auch Kakteen Berührungsängste?“ drucken zu lassen.

Philosophieren über die lebendige Natur

Das Projekt „Philosophieren über die lebendige Natur“ kurz  „PhiNa“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Beratungsstelle für besondere Begabungen (BbB), der Universität Hamburg, Bereich Erziehungswissenschaften, Fachgebiet Biologie, Frau Dr. K. Calvert einer namhaften Kinderphilosophin.

In diesem Projekt arbeiten immer Schulverbünde, bei uns kooperieren Vorschule, Grundschule und Gesamtschule Winterhude. Das Projekt ist auf die Dauer von sechs Jahren angelegt, so dass Kinder die Möglichkeit erhalten, von der Vorschule bis in die Beobachtungsstufe hinein zu philosophieren. Finanziert wird das Projekt durch die Karg- Stiftung, die sich der Begabtenförderung verschrieben hat.

Die Kinder philosophieren in diesem Projekt über naturwissenschaftliche Phänomene, über die Erkenntnismöglichkeiten der modernen Naturwissenschaften, über die unterschiedlichsten naturwissenschaftlichen Konzepte. Dabei stellen sie sich die Kant` schen Fragen: Was kann der Mensch wissen? Was ist der Mensch? Was soll der Mensch tun? Was kann der Mensch hoffen?

Ihre Vorstellungen bringen sie ein, lernen genau zu beobachten und zu beschreiben, zu ordnen und zu klassifizieren. Fragen der Wissenschaftsethik kommen hier ebenso kindgerecht zur Sprache wie ihre Konzepte zur Erklärung wissenschaftlicher Phänomene.

So haben wir im Rahmen der PhiNa- Kurse z.B. in der letzten beiden Jahren zu Themen gearbeitet wie:

  • Was ist Leben/Tod?
  • Wie ist das Leben auf der Welt entstanden?
  • Ist der Mensch der Herrscher der Natur?
  • Ist es wahr, dass alles fühlt?
  • Was ist „Evolution“?
  • Wie ordnet die Biologie die Natur?
  • Gibt es Mitleid und Selbstlosigkeit nur beim Menschen?
  • Woher weiß der Apfelkern, dass er ein Apelbaum werden soll?
  • Was ist Verwandtschaft?

Anhand von Evaluation soll festgestellt werden ob die Kinder durch diese Arbeit einen anderen/angemessenen Zugang zu den Naturwissenschaften entwickeln. Die Hoffnung ist dabei, dass sie eine größere Hinwendung zu diesen entwickeln und sich dies dann zur gegebenen Zeit in einer intensiven Mitarbeit im Fachunterricht eventuell sogar einmal bei der späteren Berufswahl niederschlägt.
Sehr interessant ist dabei die Verbindung von Geistes- mit Naturwissenschaft, etwas das man im schulischen wie auch akademischen Bereich aus unserer Sicht nur als wünschenswert betrachten kann.

Erste Unterrichtserfahrungen zeigen, dass in diesen Kursen sowohl Kinder mit ausgeprägtem naturwissenschaftlichem und technischem Interesse engagiert mitarbeiten wie auch Kinder mit klaren Stärken im Bereich Sprache und sozialem Engagement.

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