Talentkurse

Als wir uns mit dem Thema „Begabung“ beschäftigten, stießen wir auf das Intelligenzmodell von Howard Gardner. Genannt werden bei diesem Modell:

  • Sprachliche Intelligenz
  • Musikalische Intelligenz
  • Logisch-mathematische Intelligenz
  • Räumliche Intelligenz
  • Körperlich-kinästhetische Intelligenz
  • Intrapersonale Intelligenz
  • Interpersonale Intelligenz
  • Naturalistische Intelligenz
  • Existenzielle Intelligenz

Unser Ziel bei der Einrichtung der TAKUs war es , möglichst vielen Intelligenzdomänen ein „Spielfeld“ zu bieten, denn Intelligenz zeigt sich da, wo sie auch gebraucht wird. Wir glauben nämlich, dass anderenfalls etliche Stärken der Kinder unentdeckt und unentwickelt bleiben. Es ist uns nicht immer möglich, neun parallele Kurse zu organisieren, jedoch versuchen wir, zumindest signifikant unterschiedliche Dinge anzubieten. Die Kinder bekommen erstmalig in Klassenstufe 2 einen Interessenfragebogen (frei nach Joelle Huser: „Lichtblick für helle Köpfe“). Darin äußern sie sich zu ihren Hobbies, ihren Lieblingsthemen, ihren Stärken und Schwächen. Die KlassenlehrerInnen nehmen auf dieser Grundlage die Zuordnung zu den TAKU`s vor. Erweisen sich einzelne Fragebögen als zu wenig hilfreich, werden die entsprechenden Kinder noch zusätzlich interviewt. Die Zuordnung gilt dann für ein Halbjahr. Nach dieser Zeit bekommen die Kinder einen Evaluationsbogen, in dem sie sich zu ihrem Kurs, zu der Kursleitung, zur Gruppe, zu den Inhalten etc äußern. Sie kreuzen am Ende an, ob sie im Kurs bleiben möchten oder ob sie lieber wechseln wollen. Entsprechend wird auch in den Stufen 3 und 4 verfahren. Die Kinder können also in einem Bereich arbeiten für 6 Monate bis zu drei Jahren. Es ist mit diesem System möglich, die Kinder mit Dingen in Kontakt zu bringen, die sonst im Unterricht oder auch daheim eventuell gar nicht in ihren Fokus rücken würden. So hat schon manches Kind in diesen Stunden eine ganz neue Leidenschaft entdeckt, z.B. für den Modellbau, fürs Experimentieren, für Akrobatik, Knobelaufgaben oder Philosophie.

Ganz allgemein sind die Talentkurse inzwischen fester Bestandteil unseres Curriculums und werden von allen Beteiligten und Betroffenen sehr geschätzt und das trotz oder auch wegen des vergleichsweise hohen Anspruchsniveaus der Kurse.

Da die beteiligten Lehrerinnen nicht alle verschiedenartigen Angebote qualifiziert vorhalten können und die Schule auch nicht über so viele Lehrerstunden verfügt, ergänzen wir unsere personellen Möglichkeiten durch die Menschen des schulischen Enrichment, d.h. durch FachstudentInnen, Eltern und andere außerschulische ExpertInnen unserer Enrichment- Kartei.

Diese Kartei wird alljährlich durch die Ergebnisse einer Elternbefragung ergänzt und aktualisiert und hilft uns auch, beim Forschen oder bei klassenbezogenen Projekten geeignete AnsprechpartnerInnen zu finden.

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